Internationale Filmfestspiele Berlin 2012
Die 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) finden vom 9. bis 19. Februar 2012 statt. Gemeinsam mit Cannes und Venedig zu den bedeutendsten Filmfestivals der Welt zählend, steht es zum elften Mal unter der Leitung von Dieter Kosslick.
In den offiziellen Sektionen, darunter der Internationale Wettbewerb, ist erst ein kleiner Teil der Filmbeiträge bekanntgegeben worden. Eröffnet wird das Filmfestival mit Benoît Jacquots im Wettbewerb befindlichen Historienfilm Les adieux à la reine.[1] Ein Abschlussfilm wurde noch nicht benannt. Dieter Kosslick, dessen Vertrag als Leiter der Berlinale im Vorfeld verlängert wurde, nannte Migration und Rechtsradikalismus als thematische Schwerpunkte für die Berlinale 2012. Außerdem sollen die Solidaritätsaktionen für iranische Filmemacher fortgeführt werden. Nachdem im Vorjahr die Werke des zu einer Haftstrafe verurteilten Jafar Panahi in mehreren Sektionen der Filmfestspiele gezeigt worden waren, sollen 2012 u. a. Panahi, dessen Co-Regisseur Mojtaba Mirtahmasb und Mohammad Rasulof als Ehrengäste nach Berlin eingeladen werden. Die Filmemacher seien nicht mehr im Gefängnis, dürften aber laut Kosslick zum Teil nicht ausreisen.[2]
Als Moderatorin für die Eröffnungs- und Abschlussgala wurde die deutsche Komikerin und Schauspielerin Anke Engelke verpflichtet. Engelke war bereits von 2003 bis 2005 und von 2010 bis 2011 Berlinale-Moderatorin.[3]
Bereits als Gewinnerin fest steht die US-amerikanische Schauspielerin Meryl Streep, die mit dem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wird. Streep, die am häufigsten für den Oscar nominierte Schauspielerin, war bereits 1999 mit der Berlinale Kamera sowie 2003 mit dem Silbernen Bären als beste Darstellerin ausgezeichnet worden.[4] Außerdem werden das Filmstudio Babelsberg und der deutsche Filmemacher Haro Senft mit der Berlinale Kamera geehrt.[5][6]
Nach wiederholter Kritik am Wettbewerbsprogramm schloss Kosslick eine terminliche Verschiebung der Berlinale aufgrund von Kooperationen mit den Filmfestivals von Rotterdam und Sundance aus, die vor der Berlinale abgehalten werden. Bei einer Verschiebung in den Herbst würde das Festival mit den Filmfestspielen von Venedig und Toronto konkurrieren.[2] Im Vorfeld der Berlinale hatte der US-amerikanische Filmregisseur Martin Scorsese Interesse bekundet, mit seinem im Oktober 2011 uraufgeführten Film Hugo Cabret das Filmfestival zu eröffnen. Da der Fantasyfilm aber zum Start der Filmfestspiele bereits in den Vereinigten Staaten und in Europa eine reguläre Kinoauswertung erfahren hätte, wurde Hugo Cabret nicht ins Programm aufgenommen.[7]
Inhaltsverzeichnis |
Offizielle Sektionen
Internationaler Wettbewerb
Internationale Jury
Als Jurypräsident der Berlinale 2012 wurde Anfang Dezember 2011 Mike Leigh präsentiert.[8] Der improvisationsfreudige britische Film-, Fernseh- und Theaterregisseur zählt neben Ken Loach und Stephen Frears zu den bedeutendsten Vertretern des New British Cinema und wurde in seiner Karriere bislang siebenmal für den Oscar nominiert. Leighs künstlerisches Anliegen ist es laut eigenen Angaben „außergewöhnliche Filme über das gewöhnliche Leben zu machen“. Häufig erzählt er humorvolle Geschichten von der sozialen Unterschicht.[9] 1984 lief sein Spielfilm Meantime in der Berlinale-Sektion Forum, sein Kurzfilm The Short and Curlies (1988) und sein Spielfilm Life is Sweet (1991) wurden in der Sektion Panorama gezeigt. 2008 konkurrierte Leigh mit Happy-Go-Lucky erstmals um den Goldenen Bären.
Dem Jurypräsidenten stehen sieben Jurymitglieder zur Seite, eine Person mehr als im Vorjahr. Es handelt sich überwiegend um Filmschaffende:[10]
- Anton Corbijn – niederländischer Fotograf und Filmregisseur
- Asghar Farhadi – iranischer Filmregisseur (Gewinner des Goldenen Bären 2011)
- Charlotte Gainsbourg – französische Schauspielerin und Sängerin
- Jake Gyllenhaal – US-amerikanischer Schauspieler
- François Ozon – französischer Filmregisseur (viermaliger Teilnehmer am Wettbewerb)
- Boualem Sansal – algerischer Schriftsteller
- Barbara Sukowa – deutsche Schauspielerin und Sängerin
Filme
Am 19. Dezember 2011 wurden die ersten fünf Wettbewerbsfilme bekanntgegeben, zwei davon laufen außer Konkurrenz.[11]
Alle bislang präsentierten Anwärter auf den Goldenen Bären erhielten jeweils ihre erste Einladung in den offiziellen Wettbewerb, darunter der philippinische Regisseur Brillante Mendoza, 2009 mit dem Regiepreis der Filmfestspiele von Cannes ausgezeichnet. In der französisch-philippinischen Koproduktion Captive stellt er eine Mitarbeiterin einer humanitären Hilfsorganisation (gespielt von Isabelle Huppert) in den Mittelpunkt, die gemeinsam mit einer Gruppe von Touristen auf der Insel Palawan von der islamistischen militanten Untergrundorganisation Abu Sajaf entführt werden.[12] Unter den außer Konkurrenz laufenden Filmen befinden sich Stephen Daldrys Drama Extremely Loud And Incredibly Close, eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jonathan Safran Foer sowie Zhang Yimous The Flowers Of War, der bei der Golden-Globe-Verleihung 2012 als bester fremdsprachiger Film nominiert ist.
Am 4. Januar 2012 wurde Les adieux à la reine von Benoît Jacquot als vierter Wettbewerbsbeitrag um den Goldenen Bären und gleichzeitig Eröffnungsfilm der Berlinale bekanntgegeben. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Chantal Thomas (ins Deutsche unter dem Titel Leb wohl, Königin! übersetzt) berichtet der Film – aus der Perspektive der Dienerschaft von Versailles – von den ersten Tagen der Französischen Revolution.[1] Am 9. Januar 2012 wurden zehn weitere Weltpremieren für den Wettbewerb angekündigt, darunter die neuesten Werke der deutschen Autorenfilmer Matthias Glasner, Christian Petzold, Hans-Christian Schmid sowie der Franko-Schweizerin Ursula Meier,[13] am 20. Januar drei weitere Wettbewerbsfilme.[14]
| Filmtitel (Verweistitel) | Regie | Land | Darsteller (Auswahl) |
|---|---|---|---|
| À moi seule (Coming Home) | Frédéric Videau | Frankreich | Agathe Bonitzer, Reda Kateb, Hélène Fillières, Noémie Lvovsky |
| Les adieux à la reine (Farewell My Queen / Leb wohl, meine Königin!) | Benoît Jacquot | Frankreich, Spanien | Léa Seydoux, Diane Kruger, Xavier Beauvois, Virginie Ledoyen |
| Aujourd´hui (Tey) | Alain Gomis | Frankreich, Senegal | Saül Williams, Aïssa Maïga, Djolof M'bengue |
| Bai lu yuan (White Deer Plain) | Wang Quan'an | Volksrepublik China | Zhang Fengyi, Zhang Yuqi, Wu Gang |
| Barbara | Christian Petzold | Deutschland | Nina Hoss, Ronald Zehrfeld |
| Captive | Brillante Mendoza | Frankreich, Philippinen, Deutschland, Vereinigtes Königreich | Isabelle Huppert, Katherine Mulville, Marc Zanetta |
| Cesare deve morire (Caesar Must Die) | Paolo Taviani Vittorio Taviani | Italien | Cosimo Rega, Salvatore Striano, Giovanni Arcuri, Antonio Frasca |
| Csak a szél (Just The Wind) | Benedek Fliegauf | Ungarn, Deutschland, Frankreich | Lajos Sárkány, Katalin Toldi, Gyöngyi Lendvai, György Told |
| Dictado (Childish Games) | Antonio Chavarrías | Spanien | Juan Diego Botto, Bárbara Lennie, Mágica Pérez |
| L’enfant d’en haut (Sister) | Ursula Meier | Schweiz, Frankreich | Léa Seydoux, Kacey Mottet Klein, Gillian Anderson, Martin Compston |
| Gnade (Mercy) | Matthias Glasner | Deutschland, Norwegen | Jürgen Vogel, Birgit Minichmayr, Henry Stange |
| Jayne Mansfield’s Car | Billy Bob Thornton | Russland, Vereinigte Staaten | Billy Bob Thornton, Robert Duvall, John Hurt, Kevin Bacon |
| Kebun binatang (Postcards From The Zoo) | Edwin | Indonesien, Deutschland, Hongkong, Volksrepublik China | Ladya Cheryl, Nicholas Saputra |
| En kongelig affære (Die Königin und der Leibarzt / A Royal Affair) | Nikolaj Arcel | Dänemark, Tschechische Republik, Deutschland, Schweden | Mads Mikkelsen, Alicia Vikander, Trine Dyrholm, David Dencik, Mikkel Boe Følsgaard |
| Metéora (Meteora) | Spiros Stathoulopoulos | Deutschland, Griechenland | Theo Alexander, Tamila Koulieva |
| Rebelle (War Witch) | Kim Nguyen | Kanada | Rachel Mwanza, Alain Bastien, Serge Kanyinda |
| Tabu | Miguel Gomes | Portugal, Deutschland, Brasilien, Frankreich | Teresa Madruga, Laura Soveral, Ana Moreira, Carloto Cotta |
| Was bleibt (Home For The Weekend) | Hans-Christian Schmid | Deutschland | Lars Eidinger, Corinna Harfouch, Sebastian Zimmler, Ernst Stötzner |
Außer Konkurrenz
Außer Konkurrenz sind innerhalb des Wettbewerbsprogramms bisher folgende Filme bekanntgegeben worden:
- Bel Ami – Regie: Declan Donnellan und Nick Ormerod (mit Robert Pattinson, Uma Thurman, Kristin Scott Thomas, Christina Ricci)
- Extremely Loud And Incredibly Close – Regie: Stephen Daldry (mit Tom Hanks, Sandra Bullock, Max von Sydow, Thomas Horn)
- Flying Swords Of Dragon Gate – Regie: Tsui Hark (mit Jet Li, Zhou Xun, Chen Kun, Kwai Lun Mei)
- Haywire – Regie: Steven Soderbergh (mit Gina Carano, Ewan McGregor, Michael Fassbender, Channing Tatum)
- Jin líng Shí San Chai (The Flowers Of War) – Regie: Zhang Yimou (mit Christian Bale, Ni Ni, Atsuro Watabe)
- Shadow Dancer – Regie: James Marsh (mit Clive Owen, Andrea Riseborough, Gillian Anderson)
Berlinale Shorts
Im offiziellen Kurzfilmwettbewerb sind 27 Filme aus 22 Ländern vertreten, darunter 20 Weltpremieren. Wie im Internationalen Wettbewerb wurden auch im Rahmen der Berlinale Shorts Goldene- und Silberne Bären durch eine internationale Jury vergeben. Diese besteht 2011 aus der deutschen Schauspielerin Sandra Hüller, die palästinensisch-amerikanische Künstlerin Emily Jacir und der irische Filmemacher David O’Reilly, der 2009 in der Sparte Hauptpreis für Please Say Something gewann. Darüber hinaus vergibt die Jury die Nominierung für den besten europäischen Kurzfilm (Prix EFA) und ein Stipendium in Berlin. Eingeladen wurden u. a. die Kurzfilme der Peruanerin Claudia Llosa (Goldener Bär 2009 für Eine Perle Ewigkeit) und des 2010 verstorbenen deutschen Künstlers Christoph Schlingensief.[15]
In einem Special wird am 18. Februar 2012 der Episodenfilm Magyarország 2011 (Hungary 2011) gezeigt, der die politische und soziale Situation in Ungarn widerspiegelt. An dem Film waren u. a. Márta Mészáros und Miklós Jancsó beteiligt. Béla Tarr wurde als Gesprächsgast eingeladen.[15]
- Kurzfilmwettbewerb
- Ad balloon von Lee Woo-jung (Republik Korea, 24 min)
- An das Morgengrauen von Mariola Brillowska (Deutschland, 3 min)
- Ein Mädchen Namens Yssabeau von Rosana Cuellar (Deutschland / Mexiko, 18 min)
- Enakkum Oru Per von Suba Sivakumaran (Vereinigte Staaten / Sri Lanka, 12 min)
- Erotic Fragments No. 1,2,3 von Anucha Boonyawatana (Thailand, 7 min)
- Gurehto Rabitto von Atsushi Wada (Frankreich, 7 min)
- impossible exchange von Mahmoud Hojeij (Libanon, 10 min)
- Karrabing! Low Tide Turning von Liza Johnson und Elizabeth A. Povinelli (Australien, 14 min)
- La Santa von Mauricio López Fernández (Chile, 14 min)
- LI.LI.TA.AL. von Akihito Izuhara (Japan, 8 min)
- Licuri Surf von Guile Martins (Brasilien, 15 min)
- Loxoro von Claudia Llosa (Spanien / Peru / Argentinien / USA, 19 min)
- Mah-Chui von Kim Souk-young (Republik Korea, 23 min)
- Nostalgia von Gustavo Rondón Córdova (Venezuela, 30 min)
- Panchabhuta von Mohan Kumar Valasala (Indien, 15 min)
- PUSONG WAZAK! Isa Na Namang Kwento Ng Pag-ibig Sa Pagitan Ng Isang Kriminal at Isang Puta von Khavn De La Cruz (Philippinen, 15 min)
- Rafa von João Salaviza (Portugal / Frankreich, 25 min)
- Say Goodbye to the Story' (ATT 1/11) von Christoph Schlingensief (Deutschland, 23 min)
- Shi Luo Zhi Di von Zhou Yan (Volksrepublik China, 25 min)
- Strauß.ok von Jeanne Faust (Deutschland, 5 min)
- The End von Barcelo (Frankreich, 17 min)
- The Man that Got Away von Trevor Anderson (Kanada, 25 min)
- Utsikter von Marcus Harrling und Moa Geistrand (Schweden, 12 min)
- Uzushio von Naoto Kawamoto (Japan, 6 min)
- Vilaine Fille Mauvais Garçon von Justine Triet (Frankreich, 30 min)
- Yi chang ge ming zhong hai wei lai de ji ding yi de xing wei von Sun Xun (Volksrepublik China, 12 min)
- zounk! von Billy Roisz (Österreich, 6 min)
Panorama
Die Sektion Panorama wird zum 33. Mal veranstaltet und widmet sich dem internationalen Film (vorzugsweise Arthouse-Kino und Autorenfilm). 2012 werden etwa 50 Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt, von denen der Großteil der Produktionen bereits bekanntgegeben wurde.[16] Eröffnet wird die Sektion, in der der PanoramaPublikumsPreis vergeben wird, mit Tony Gatlifs Indignados und Małgorzata Szumowskas Elles.[17]
Spielfilme
- 10+10 von Hou Hsiao-Hsien, Wang Toon, Wu Nien-Jen, Sylvia Chang, Chen Guo-Fu, Wei Te-Sheng, Chung Meng-Hung, Chang Tso-Chi, Arvin Chen, Yang Ya-Che u. a. (Taiwan)
- L'âge atomique von Héléna Klotz (Frankreich)
- Death For Sale von Faouzi Bensaïdi (Frankreich)
- Diaz – Don’t Clean Up This Blood von Daniele Vicari (Italien/Rumänien/Frankreich)
- Dollhouse von Kirsten Sheridan (Irland)
- Elles von Małgorzata Szumowska (Frankreich, Polen, Deutschland)
- Fon Tok Kuen Fah (Headshot) von Pen-Ek Ratanaruang (Thailand, Frankreich)
- From Seoul To Varanasi (From Seoul To Varanasi) von Kyuhwan Jeon (Südkorea)
- Hot boy noi loan – cau chuyen ve thang cuoi, co gai diem va con vit (Lost In Paradise) von Vu Ngoc Dang (Vietnam)
- Indignados von Tony Gatlif (Frankreich)
- Keep The Lights On von Ira Sachs (Vereinigte Staaten)
- Kuma von Umut Dag (Österreich)
- La mer à l'aube (Calm At Sea) von Volker Schlöndorff (Frankreich, Deutschland)
- Leave It On The Floor von Sheldon Larry (Vereinigte Staaten, Kanada)
- Mei-wei (My Way) von Kang Je-kyu (Südkorea)
- Mommy Is Coming von Cheryl Dunye (Deutschland)
- Parada (The Parade) von Srđan Dragojević (Serbien, Republik Kroatien, Mazedonien, Slowenien)
- Sharqiya (Central Station) von Ami Livne (Israel/Frankreich/Deutschland)
- Die Wand (The Wall) von Julian Roman Pölsler (Österreich, Deutschland)
- Wilaya von Pedro Pérez Rosado (Spanien)
- The Woman Who Brushed Off Her Tears von Teona Strugar Mitevska (Mazedonien, Deutschland, Slowenien, Belgien)
- Xingu von Cao Hamburger (Brasilien)
Dokumentarfilme
- Anak-Anak Srikandi (Children of Srikandi) vom Children of Srikandi Collective (Deutschland/Indonesien)
- Angriff auf die Demokratie – Eine Intervention (Democracy Under Attack – An Intervention) von Romuald Karmakar (Deutschland)
- Audre Lorde – The Berlin Years 1984 to 1992 von Dagmar Schultz (Deutschland)
- Brötzmann – Da gehört die Welt mal mir (Brötzmann – That’s When The World Is Mine) von Uli M. Schueppel (Deutschland)
- Call Me Kuchu von Malika Zouhali-Worrall und Katherine Fairfax Wright (Vereinigte Staaten)
- Detlef von Stefan Westerwelle und Jan Rothstein (Deutschland)
- Herr Wichmann aus der dritten Reihe (Henryk from the back row) von Andreas Dresen (Deutschland)
- In the Shadow of a Man von Hanan Abdalla (Ägypten)
- König des Comics (King of Comics) von Rosa von Praunheim (Deutschland)
- La Vierge, les Coptes et Moi (The Virgin, the Copts and Me) von Namir Abdel Messeeh (Frankreich/Katar/Ägypten)
- Marina Abramović The Artist is Present (Marina Abramović The Artist is Present) von Matthew Akers (Vereinigte Staaten)
- Olhe pra mim de novo (Look at me again) von Kiko Goifman und Claudia Priscilla (Brasilien)
- The Reluctant Revolutionary von Sean McAllister (Großbritannien)
- The Summit von Franco Fracassi und Massimo Lauria (Italien)
- Ulrike Ottinger – die Nomadin vom See (Ulrike Ottinger – nomad from the lake) von Brigitte Kramer (Deutschland)
- Unter Männern – Schwul in der DDR (Among Men – Gay in East Germany) von Markus Stein und Rösener Ringo (Deutschland)
- Vito von Jeffrey Schwarz (Vereinigte Staaten)
- Words of Witness von Mai Iskander (Vereinigte Staaten)
Perspektive Deutsches Kino
Die Sektion Perspektive Deutsches Kino wird zum elften Mal veranstaltet und zeigt aktuelle deutsche Dokumentar- und Spielfilmproduktionen. Eröffnet wird die Reihe mit dem Dokumentarfilm Man for a Day von Katarina Peters.[18] Am 10. Januar 2012 wurde das komplette Programm präsentiert, dass von der Sektionsleiterin Linda Söffker als „Die DDR war bunt, die Jugend ist kritisch und gute Filme erzählen sich im Kopf zu Ende“ umschrieben wurde.[19]
| Filmtitel | Regie | Darsteller (Auswahl) |
|---|---|---|
| Ararat | Engin Kundag | |
| Dichter und Kämpfer | Marion Hütter | Dokumentarfilm |
| Gegen Morgen | Joachim Schoenfeld | |
| Karaman | Tamer Yiğit Branka Prlić | Isilay Gül |
| Man for a Day | Katarina Peters | Dokumentarfilm |
| Rodicas | Alice Gruia | Dokumentarfilm |
| Sometimes we sit and think and sometimes we just sit | Julian Pörksen | |
| Sterben nicht vorgesehen | Matthias Stoll | Dokumentarfilm |
| Tage in der Stadt | Janis Mazuch | Pascale Schiller |
| This Ain’t California | Marten Persiel | Dokumentarfilm |
| Trattoria | Soleen Yusef | |
| Die Vermissten | Jan Speckenbach | André Hennicke |
| Westerland | Tim Staffel |
Generation
Diese Berlinale-Sektion zeigt seit 1978 für Kinder und Jugendliche geeignete internationale Filmproduktionen. Als Auszeichnung wird je ein Gläserner Bär von einer Kinder- und Jugendjury an einen Spielfilm und eine Dokumentation vergeben. 2012 werden 58 Kurz- und Langfilme aus 32 Ländern gezeigt. Die Sektionsleiterin Maryanne Redpath umschrieb das Programm mit „Neue Entdeckungen und neugierige Entdecker“.[20]
Generation Kplus – Spielfilme
- Arcadia von Olivia Silver (Vereinigte Staaten)
- Gattu von Rajan Khosa (Indien)
- Isdraken (The Ice Dragon) von Martin Högdahl (Schweden)
- Kauwboy von Boudewijn Koole (Niederlande)
- Kikoeteru, furi wo sita dake (Just Pretended to Hear) von Kaori Imaizumi (Japan)
- Die Kinder vom Napf (The Children from the Napf) von Alice Schmid (Schweiz)
- Lotte ja kuukivi saladus (Lotte and the Moonstone Secret) von Janno Põldma und Heiki Ernits (Estland/Lettland)
- The Mirror Never Lies von Kamila Andini (Indonesien)
- Nono von Rommel Tolentino (Philippinen)
- Pacha von Hector Ferreiro (Bolivien/Mexiko)
- Patatje Oorlog (Taking Chances) von Nicole van Kilsdonk (Niederlande)
- Zarafa von Rémi Bezançon und Jean-Christophe Lie (Frankreich/Belgien)
Generation 14plus – Spielfilme
- Comes A Bright Day von Simon Aboud (Großbritannien)
- Electrick Children von Rebecca Thomas (Vereinigte Staaten)
- Joven & Alocada (Young & Wild) von Marialy Rivas (Chile)
- Kronjuvelerna (The Crown Jewels) von Ella Lemhagen (Schweden)
- Lal Gece (Nicht of Silence) von Reis Çelik (Türkei)
- Magi I Luften (Love Is In The Air) von Simon Staho (Dänemark/Schweden)
- Maori Boy Genius von Pietra Brettkelly (Neuseeland) – Dokumentarfilm
- Un Mundo Secreto (A Secret World) von Gabriel Mariño (Mexiko)
- Mustafa’s Sweet Dreams von Angelos Abazoglou (Griechenland/Großbritannien)
- Una Noche von Lucy Mulloy (Vereinigte Staaten/Kuba/Großbritannien)
- Nosilatiaj. La Belleza (Beauty) von Daniela Seggiaro (Argentinien)
- Orchim LeRega (Off White Lies) von Maya Kenig (Israel/Frankreich)
- Snackbar von Meral Uslu (Niederlande)
- Two Little Boys von Robert Sarkies (Neuseeland)
- Wandeukyi (Punch) von Han Lee (Südkorea)
Retrospektive und Hommage
Seit 1977 werden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek filmhistorische Retrospektiven auf der Berlinale gezeigt. 2011 werden unter dem Titel Die rote Traumfrabrik über 40 Stumm- und Tonfilme der sowjetischen Meschrabpom-Film und der deutschen Prometheus Film aufgeführt, die zwischen 1922 und 1936 entstanden. Die Stummfilme werden mit Live-Musik von internationalen Künstlern unterlegt.
Ein Auswahl der Retrospektive wird u. a. auch auf dem 55. Internationalen Festival für Dokumentar- und Animationsfilm (DOK Leipzig) sowie im März/April 2012 unter dem Titel The Red Dreamfactory im New Yorker Museum of Modern Art zu sehen sein.[21]
Einn Werkschau („Hommagen“) widmet sich dem Schaffen der US-amerikanischen Schauspielerin Meryl Streep, die 2012 mit dem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wird.[4]
Filme außerhalb des offiziellen Programms
In Zusammenarbeit mit der Retrospektive und den Fernsehsendern ARTE und ZDF wird am 10. Februar 2012 im Friedrichstadt-Palast Sergei Eisensteins Oktober (1927, Октябрь – Oktjabr) aufgeführt. Der Film thematisiert die Oktoberrevolution im Herbst 1917 und wird mit der Originalmusik von Edmund Meisel gezeigt.[21]
Weblinks
- Offizielle Webpräsenz
- Pressespiegel zur Berlinale 2012 auf film-zeit.de
Einzelnachweise
- ↑ a b Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 4. Januar 2012 (abgerufen am 4. Januar 2012).
- ↑ a b Mehlig, Holger ; Wählisch, Nathalie (dapd): Solidarität auf der Berlinale mit iranischen Regisseuren. 2. Januar 2012, 11:45 AM GMT (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft).
- ↑ Kino: Anke Engelke moderiert wieder bei der Berlinale bei morgenpost.de, 23. Dezember 2011 (abgerufen am 25. Dezember 2011).
- ↑ a b Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 2. Januar 2012 (abgerufen am 2. Januar 2012).
- ↑ Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 22. Dezember 2011 (abgerufen am 19. Januar 2012).
- ↑ Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 18. Januar 2012 (abgerufen am 19. Januar 2012).
- ↑ Oßwald, Dieter: „Kreischalarm ist doch schön“. In: Stuttgarter Nachrichten, 2. Januar 2012, S. 12.
- ↑ Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 2. Dezember 2011 (abgerufen am 20. Dezember 2011).
- ↑ Mike Leigh. In: Internationales Biographisches Archiv 04/2006 vom 28. Januar 2006, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 48/2011 (abgerufen via Munzinger Online).
- ↑ Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 19. Dezember 2011 (abgerufen am 20. Dezember 2011).
- ↑ Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 19. Dezember 2011 (abgerufen am 20. Dezember 2011).
- ↑ Filmprofil bei allocine.fr (französisch; abgerufen am 20. Dezember 2011).
- ↑ Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 9. Januar 2012 (abgerufen am 9. Januar 2012).
- ↑ Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 20. Januar 2012 (abgerufen am 21. Januar 2012)
- ↑ a b Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 19. Januar 2012 (abgerufen am 21. Januar 2012)
- ↑ Pressemitteilung bei berlinale.de, 18. Januar 2012 (abgerufen am 19. Januar 2012).
- ↑ Pressemitteilung bei berlinale.de, 3. Januar 2012 (abgerufen am 4. Januar 2012).
- ↑ Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 22. Dezember 2011 (abgerufen am 25. Dezember 2011).
- ↑ Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 10. Januar 2012 (abgerufen am 14. Januar 2012).
- ↑ Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 12. Januar 2012 (abgerufen am 18. Januar 2012).
- ↑ a b Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 24. Oktober 2011 (abgerufen am 25. Dezember 2011).
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